Erinnerung von Chris

Was fällt mir speziell zur Tour 1991 ein?

 

So richtig viel nicht, dafür war ich zu aufgeregt. Nur soviel. In Regensburg gab es ein geiles Konzert der EAV. Eine nette Anekdote war auch, dass sich unsere Polizisten an der Grenze zur Tschechei, bei unserer kurzen Durchfahrt, verabschiedeten und  wir auf einmal mitbekommen hatten was für ein schönes Motorrad doch so eine BMW ist. Denn wir wurden begleitet von tschechischen Polizisten auf Zweitakter MZ Maschinen.

Jetzt nimmt man ja auch als Neuling recht schnell die Gewohnheiten der alten Hasen an. Nach dem Ruf „Mopet“ nach rechts und dann die Lücke hinterm Motorrad ausnutzen und hinterher. (Wer macht denn so was? Doch keiner oder wir fahren alle ganz gesittet in Zweierreihen.)

Damals war es noch einen Deut mehr.  (ACHTUNG! ALTLASTEN MITLERWEILE IST DAS UNSEREN POLIZISTEN VERBOTEN) Wir klemmten uns direkt dicht hinters Motorrad in den Windschatten und ließen uns mitziehen.

Das hat man aber hinter einem Zweitakter nur einmal gemacht. Waren wir froh als ein Teil unserer Polizisten am Tag drauf uns mit Ihren Privatmaschinen als Ordner in den neuen Bundesländern wieder begleiteten.

Ansonsten waren die Schulen echt abenteuerlich. Aber auch die Orte und Straßen waren in Zuständen, die kannte ich eigentlich nur aus Erzählungen meiner Eltern aus den 50er und 60er Jahren. Aber ich muss sagen ich bin dem BR für diese Tour sehr dankbar, denn sonst hätte ich das alles nicht gesehen.

Achso eins muss ich noch erzählen. Hat eigentlich nichts mit der Tour zu tun aber mit meiner Rückfahrt. Am Abreisetag verabschiedete ich mich von allen Mitstreitern packte mein Gepäck auf mein  Rennrad und wollte los. Was ich vergessen hatte war den Luftdruck zu senken. Beim ersten etwas größeren Schlagloch  ware das Gesamtgewicht Fahrer-Gepäck einfach zu Groß und es machte Peng.

Ich hatte noch zwei Ersatzreifen mit dabei. Jetzt muss man sagen, dass ich damals noch Schlauchlose geklebte Reifen fuhr aber halt keine richtige Pumpe mit dabei hatte. Aber so fortschrittlich war ich, dass ich einen Adapter für Autopumpen hatte. Das Problem war nur , weit und breit keine Tankstelle.

Ein netter Herr lieh mir seine Fahrradpumpe und mit Ach und Krach ging etwas Luft rein. Er sagte mir noch wo in der  Nähe  (ca 5km quer durch die Stadt Leipzig) eine Fahrradwerkstadt ist  und es ging genau 2 Straßen weiter gut. Dann walgte sich der Reifen zu Tode. Das gleiche Schicksal aber mit etwas mehr Metern, da ein Anwohner eine Autopumpe hatte die zwar den Richtigen Ventilkopf aber keine Leistung hatte.  Ca. 200m vor dem Radladen ging auch meinem letzten Reifen die Luft aus.

Und dann kam das Beste. Normalerweise denkt man man geht in ein Radgeschäft, sagt welchen schlauch man möchte und geht wieder. Hier erntete ich nur große Fragezeichen im Gesicht. Nach Rücksprache mit dem Großhändler sagte man mir, dass man die Reifen tatsächlich bestellen kann aber die kommen frühestens Dienstag. Also 4 unfreiwillige Tage in Leipzig.  

Die Rückfahrt musste ich dann, da ich noch eine Verabredung zu einer weiteren Radtour hatte dann in Hof beenden. Aber eine Story muss ich noch erzählen. In Plauen kam ich zuerst auf den einzigen Campingplatz an mit meinem Zelt zwischen lauter Dauercampern, die seit Jahrzenten dort waren. Nach dem Essen bei einem „Italiener“ platzte ich in der Kneipe neben an in eine Abschiedsfeier russischer Offiziere und fuhr von dort aus schnurstracks und nüchtern zu meinem Zelt. Fragt mich nicht mehr wie ich das gefunden habe oder ob ich Hilfe hatte. Auf jeden Fall war auch die Rückfahrt ein Erlebnis. 

 

Sorry für die Bildqualität aber das war eine Pocket-Kamera