Im Jahr 1990 fand die erste BR-Radltour statt. Injiziert von Thomas Gaitanides der bereits durch 25 Filme für die Sendung Fernweh als Reisejournalist beim BR
tätig war.
Über die Anfänge der Radltour können andere mehr sagen als ich. Daher möchte ich euch daher auf das Buch „BR-Radltour – Unsere Lieblingstouren“ von Lutz
Bäucker verweisen.
Meine erste Radltour war im Jahr 1991. Von München nach Leipzig.
Eigentlich war eine Radtour mit Gepäck, Zelt und allem Drum und Dran an die Deutsch-Französische Grenze geplant.
Was macht man wenn 5 Tage vorher einem der Reisebegleiter absagt. Entweder alleine fahren, was ich mich damals nicht traute, oder man schaut sich nach einer
Alternative um.
Irgendwie habe ich erfahren, dass am Samstag eine Radltour von München nach Leipzig startet organisiert vom BR.
Da mach ich mit. Also Rad und Gepäck von meiner Mama zur Theresienwiese verfrachten lassen und ab zum Anmeldestand. Dort musste ich mir erst mal anhören,
dass alles ausgebucht sei. Nach dem ich aber anscheinend ein so trauriges Gesicht gemacht habe, wurde ich auf die Warteliste gesetzt und bekam den Tip, dass ich als Tagestourler heute mitfahren
kann. Neben den ca. 1100 Radlern die die ganze Tour fahren waren am Tag noch ca. 400 – 600 Tagesetappler dabei die nur immer die eine Tour fuhren und am Abend mit dem Sammelbus wieder zurück
gefahren wurden.
Nachdem ich mein komplettes Gepäck dabei hatte samt Zelt, da ich von Leipzig nach München wieder zurück fahren wollte, war meine Übernachtung auch gesichert.
Ich würde einfach vor der Übernachtungshalle Zelten.
Die Mädels von der Anmeldung versprachen mir, mich jeweils als Tagestourler mit zu nehmen und mir bescheid zu geben, falls ein angemeldeter Radler nicht
erscheint. Es gab damals anscheinend nicht nur die Möglichkeit die ganze Tour mit zu fahren, sondern an jedem Etappenort für den Rest der Tour ein zu steigen.
Gesagt getan, also für die erste Etappe angemeldet. So stand ich mit vollem Gepäck auf dem Rad, damals ein altes PAGANI Rennrad, zwischen all den Radlern und
schaute mich um.
Auch damals transportierte der THW das Gepäck der Radler und so war ich, vollgepackt wie ich war, ein ziemlicher Exot.
Auf einmal klopfte mir jemand auf die Schulter und meinte ich soll mein Gepäck jetzt abgeben, denn sie würden mit den LKWs jetzt dann abfahren. Nach dem ich
ihm meine Situation erklärt habe, kam nur lapidar zur Antwort, dass ich wohl spinne, „des kriang ma schon no mit“. Also war ich durch die Hilfe der Jungs vom THW mein Gepäck
los.
Was soll ich sagen ab Ingolstadt war ich dann fest nachgerückt und auf der Tour offiziell dabei.
Und wie es bei vielen so ist. Entweder hasst du die Radltour oder du infizierst dich. Ich war ab dem ersten Tag Feuer und Flamme.
In den 90ern war ich der erste und auch einzige, der mit Musik fuhr. 91 noch nur in den Pausen, da ich keinen Walkman hatte, der die Erschütterungen
aushielt, hatte ich ab 92 einen DD von Sony mit direkt antrieb und kleinen aktiv Boxen. Was mir immer eine Traube an Leuten verschaffte, da es ziemlich leise war.
1993 war ich nicht dabei, weil ich ein Jahr in Italien war. Aber 94 hatte ich die erste Anlage auf dem Gepäckträger. 15kg mit Motorrad Batterie, Verstärker
und einer Zweiwege-Tube oben drauf.
Ab 96 waren wir dann zwei mit Musik. Harry hatte eine Funkfernübertragung für ca. 50m gebaut, so dass wir auf zwei Rädern die gleiche Musik
hatten.
Ja so vergingen die 90er mit viel Spaß, schönen Touren und vielen Abenden und Nächten am THW Pflümli Bus.
Dank an die THW Jungs aus Regensburg die uns jeden Abend bewirteten bis in die frühen Morgenstunden. Und nicht nur uns Radler, sondern auch Rotkreuz, Polizei und BR.
Aber Psssst. Die waren immer alle nüchtern als sie Heim gingen.
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